Konzertbericht Nr 1
Konzertbericht Nr 2
AKUSTIK GITARRE
JENNY WEISGERBER - When Worlds Collide
Von Stefan Woldach
Bei einem Opener mit dem Titel „Grains of Sand“ ist durch Großmeister Bob Dylans „Every Grain of Sand“ dem Spiel der Assoziationen natürlich freier Lauf gelassen. Die Berliner Songwriterin, Gitarristin und Pianistin begleitet dieses mit einem eleganten Songwriter-Album, das schön ist, aber nicht glatt, zärtlich und sensibel, doch nicht klebrig süß, das unaufdringlich berührt, melancholische Momente besitzt, aber kein sentimentales Statement ist. Seit ihrem vierten Lebensjahr und eingehender musikalischer Früherziehung begleitet Musik das Leben der Berlinerin mit bemerkenswerter Kontinuität. Eine Beziehung, die von gegenseitigem Respekt, jedoch nicht von dogmatischer Folgsamkeit geprägt ist. Nachdem sie den Zwängen einer klassischen Gitarren- und Klavierausbildung entflieht und ein Zwischenspiel in Sachen Pop, Punk und Rock einlegt, beginnt sie, eigene Songs zu schreiben. Vornehmlich leise Lieder „zwischen Schmerz, Trauer und Trotz“. Jenny Weisgerber überzeugt und gewinnt im November 2004 den Emergenza-Acoustic-Musikwettbewerb. Im gleichen Jahr beginnt die heute 25-Jährige mit ihrem Produzent Colin Bass (Sambasunda, The Klezmatics) mit den Aufnahmen für ihr Debütalbum.
Zehn Titel sind es geworden, mit modernem Anspruch und ebensolchen Atmosphären, die problemlos internationalem Standard genügen und an Kolleginnen wie Jewel, Heather Nova, Neko Case oder Laura Veirs erinnern. Beeindruckend ist ihre Stimme zwischen „kristalliner Klarheit und hauchig beschlagenem Glas“, wie ihr Kritiker bescheinigen. Perlig und fein ihr Gitarrenspiel, dezent die Begleitung von Bass und Cello, die instinktiv die richtigen Noten herausarbeiten, um den feinsinnigen Songs passende Farbtupfer und Geschmacksverstärker zu verleihen. Ebenso dezent auch die Perkussion, die mit federnden Beats für den notwendigen Druck an den richtigen Stellen sorgt. Ein fein ausbalanciertes Album.
Der Schallplattenmann sagt
Jenny Weisgerber "When Worlds Collide"
Von Helge Buttkereit
Singer/Songwriter – Songperlen aus Berlin
Jenny Weisgerber klingt exakt so, wie sie aussieht. Ein wenig süßlich, zierlich, zerbrechlich. Das hat Klasse. Ihr Debüt-Album, für das sie ihr eigenes Label gründete und seitdem vom Booking bis zum CD-Vertrieb so gut wie alles alleine macht, zeugt von dieser Klasse. Die junge deutsche Songwriterin bewegt sich zwischen Jazz und Pop und erinnert dabei zuweilen an Joni Mitchell oder Rickie Lee Jones – wahrlich keine schlechte Referenz. Der Produktion von Colin Bass ist es zu verdanken, dass die Berlinerin auf ihrem Debüt-Album dabei immer im Mittelpunkt steht. Die Band umspielt zudem ihre zarte Stimme und drängt sich nie in den Vordergrund. Das ist gut so. Schließlich ist es Weisgerber, die dieses Album ausmacht.
Jenny Weisgerber hat das Potential zum aufgehenden Stern am deutschen Pophimmel.
AVIVA-BERLIN
Jenny Weisgerber – When worlds collide
von Silvy Pommerenke
Wie aus einer anderen Zeit klingen die melancholisch schönen Lieder der jungen Berlinerin. Fast ist man versucht zum eigenen Plattenspieler zu sehen, um sich zu vergewissern, dass da...
...keine alte Vinyl-Scheibe rotiert. Aber nein,
handgespielte Musik aus dem 21. Jahrhundert, auf CD gepresst, hat Weisgerber mit Hilfe von Colin Bass in Bits und Bytes umgewandelt. Dabei wäre es so schön, eine Vinylscheibe aus der Hülle gleiten zu sehen, sie auf den runden Filz zu legen, um daraufhin behutsam die Nadel aufzusetzen. Punk soll sie in ihrer Jugend gehört haben. Und die Platten von Van Morrison und Bob Dylan. Dass der Name Joni Mitchell nicht fällt, ist erstaunlich. Denn genau so, mit Verlaub, klingt sie. Folksongs mit Akustikgitarre und Klavier umgesetzt, bisweilen unterstützt von einem Cello und Electric Guitars. Die ideale Musik, um nachts im Auto durch die leeren Straßen Berlins zu fahren. Oder auch, um bei Räucherstäbchen und Kerzenschein das Strickprojekt des letzten Jahres zuende zu führen.
Wenn irgend möglich, so besuchen Sie ein Konzert von Jenny Weisgerber!
Sie hat eine ganz unaufdringliche und sehr sympathische Art, ihre Musik dem Publikum vorzuführen. Dabei erzählt sie dann kleine Geschichten, die nicht immer etwas mit den Songs zu tun haben. Wie beispielsweise die, von der wunderschönen Frau, neben der sie im Bus saß, und die beim zweiten Hinsehen völlig vernarbte und zerschnittene Arme aufwies. Die Haut als Spiegel der Seele? Jenny jedenfalls hat keine Narben auf der Haut. Das wurde von keinem Geringeren als Jim Rakete photographisch festgehalten. Wie es zu dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit kam? Ganz einfach: an ihrem Geburtstag klingelte ihr Handy, und Mr. Rakete war dran. Er hätte sie letztens auf einem Konzert gesehen und würde sie gerne photographieren. Dass sie sich da nicht hat zweimal bitten lassen, liegt auf der Hand.
Im Jahr 2003 gewann sie den ersten Preis beim
Wettbewerb des Berliner Jugendkulturfestivals. Ein Jahr darauf erreichte sie, erneut als Solokünstlerin, das deutsche Finale des
Emergenza Acoustic Musikwettbewerbs. Mit Sicherheit wird Jenny Weisgerber weiterhin von sich hören machen. Dem Debütalbum "When worlds collide", das bereits im Winter 2005 erschienen ist, sollte bald ein würdiges zweites Album folgen. Sie arbeitet bereits an neuen Songs, und vermutlich wird das nächste Projekt jazziger ausfallen, da sie zur Zeit Jazzunterricht nimmt. Da ist vor allem Improvisation angesagt, und das ist ja bekanntermaßen den BerlinerInnen sowieso zu Eigen.
Anspieltipps: "Until I lose my mind" ist erfrischend dynamisch gelungen und erinnert darin ein wenig an Naked Raven (für die Weisgerber im November in Halle den Support spielt). Auch
"Hear me call" ist mit Klavier und E-Gitarre gut besetzt und verlässt ein wenig die sonst vorherrschenden melancholischen Töne.
AVIVA-Tipp: Folkpop zum Verlieben. Genau die passende Musik, um dem Laub beim Verfärben zuzusehen, lange Spaziergänge im Tiergarten zu machen und im Anschluss bei heißer Milch mit Honig vor dem Kohleofen zu sitzen.
Quelle:
www.aviva-berlin.de
SPUREN (Schweiz)
Victoria-Luise-Platz, Parkbank, Abendsonne, grüner Rasen, Kuscheldecken, Springbrunnenfontaine: Der perfekte Film zur Musik, die sich durch die Kopfhörer in mir ausbreitet. Die in Berlin lebende junge Musikerin Jenny Weisgerber verliebte sich statt in die kühlen Uni-Hörsäle in die Glut des Musikmachens und spielte im letzten Jahr ihre Debüt-CD ein, auf der es der Produzent Colin Bass verstand, ihre melancholisch ausdrucksstarke Stimme im sparsamen Teppich von Instrumenten einzubetten. When Worlds Collide (SoulMaid) ist eine Sammlung von zehn Eigenkompositionen die die „Leichtigkeit“ des Seins mit Tiefgang spiegeln, die bei mir Erinnerungsfetzen an die junge Joni Mitchell wachrufen und hervorragend geeignet sind, im genährten Alleinsein den Alltag spielerisch ausklingen zu lassen.
IO-Pages (Niederlande)
Jenny Weisgerber ist kein berühmter Name in der Progrock-Welt was kaum verwundert, denn sie macht keine Progrock-Musik, ja noch nicht einmal Rock!
Ihre Beziehung zu Symphonischem Rock ist anderer Art: Sie ist die Seelengefährtin von Colin Bass (Bassist von Camel), der, natürlich, auf ihrer Platte Bass spielt und diese auch produziert hat.
Schon aus diesem Grund ist das Album für "Hardcore"-Camel-Fans interessant, aber die Musik dieses Albums ist dazu auch noch wunderschön!
Popmusik, mit lieblicher Stimme, von Gitarre und Klavier dominiert, vielleicht ein wenig „easy-listening“, aber dennoch eine glänzende Produktion mit sehr schönen Songs und Melodien.
Weisgerbers Stimme erklingt oft in den höheren Lagen und etwas gehaucht und ist ein wichtiger Teil des Gesamtsounds dieser (ein wenig zu kurz geratenen) Platte.
Die Stile betreffend gibt es ein paar Exkursionen zum Jazz und sogar zur klassischen Musik, was im Arrangement und der Verwendung von Cello begründet ist.
Dies macht die Platte sehr abwechslungsreich. Alles in allem eine äußerst erfreuliche Platte, vielleicht nicht so halb-erotisch wie Norah Jones, aber sicherlich nicht weniger gut.
VISIONS
Popsongs in Nachbarschaft zu Heather Nova, Musik wie elegantes Mobiliar, in dem man sich wohlfühlt.
Rolling Stone
When Worlds Collide bewegt sich geschmackvoll im angejazzten Folk. Norah-Jones-Fans dürfte das Album gut gefallen.
Folker!
Sich 30 Jahre nach Nina Hagen noch von Jim Rakete knipsen zu lassen und sein Debütalbum mit einem Stück namens „Grains Of Sand“ zu beginnen, bei dem die Assoziationen zu Bob Dylan und seinem „Every Grain Of Sand“ gar nicht zu vermeiden sind, kann zweierlei bedeuten: total hinterm Mond - oder ausgeprägter Sinn für Qualität und klar sortiert. Wenn nicht alles zusammen: Jenny Weisgerbers musikalische Wurzeln reichen mindestens bis zu Singer/Songwriter-Ikonen wie Carol King oder Carly Simon, für stilistische Ranschmeiße an geschmacklich fragwürdige Produktionsstandards zeitgenössischer Mainstream-Powerinterpretinnen steht sie offenbar nicht zur Verfügung. Und das ist auch gut so, scheint sie mit ihrer heutzutage unüblich hohen Stimmlage und ihren sanftmutig angejazzten Kompositionen doch gute Chancen zu haben, sich ihre ganz eigene Nische einrichten zu können. Um nicht zu sagen, ihre und die ihres Produzenten Colin Bass: Mit seinem seit Camel wohl dokumentierten Talent für geschmackliche Gratwanderungen bis hart an die Grenze zum Kitsch hat er der Pianistin und Gitarristin ein federleichtes musikalisches Gewand geschneidert, das zwischen müder Melancholie und aufgekratzter Schwärmerei in allen Schattierungen oszilliert. Und falls er es nicht selbst ist, der da auf „When I’m Loving You“ und anderen Stücken in bittersüßesten harmony vocals schwelgt, dann klingt es zumindest so - was das wohl bedeuten mag ...?
Stereo Magazin
Von Talent zeugt dieser melodienselige Kammermusik-Folkpop zweifellos. Jenny Weisgerber bekennt sich als Romantikerin, die um die Ambivalenz und Zerbrechlichkeit von Gefühlen weiß.
Tagesspiegel Berlin
Jenny Weisgerber spricht mit scheuer Wisperstimme. Aber wenn sie singt, ist da plötzlich eine ungeheure Kraft und Überzeugung in ihren wunderbaren Songs. Jonimitchelliges und offen jazzige Gitarrenakkorde. Beeindruckend.
Radio 979fm, Australia
Jenny Weisgerber has worked with Colin Bass to produce a top quality indie styled cd.
In his personal work, Colin has recently veered away from the highly produced sounds of Prog Rock to find the sincerity and genuine warmth which can linger in simple but clean production work.
This is most evident in the cd he produced with Jenny called
When Worlds Collide.
Her beautiful voice needs little embellishment, but the instrumentation certainly enhances it.
TIP Magazin Berlin
Zu cool fürs Konservatorium
Eine Akustikgitarre mit offenen Akkorden. Zwischen Folk und Jazz. Eine helle, schöne Stimme mit offenem Ausdruck. Zwischen kristalliner Klarheit und hauchig beschlagenem Glas. Ein offenes Gesicht mit klugen Augen. Zwischen blauer Melacholie und unbefangener Fröhlichkeit. Poetische Texte mit offenem Ausgang. Zwischen Schmerz, Trauer und Trotz. Piano, verhaltener Bass, gelegentlich ein Cello. Eher selten elektrische Gitarre und Schlagzeug. Dann rockt es auch mal ein wenig.
Nach Konzerten sei sie angesprochen worden, sagt die 23-jährige Singer-Songwriterin Jenny Weisgerber, sie würde ein bisschen nach Joni Mitchell klingen. Ein Vorbild? „Nein, habe ich nie gehabt!“ Als Kind hat Jenny die Platten ihrer Eltern gehört: „Bob Dylan, Van Morrison. Meine Mutter mochte Tracy Chapman.“ Die Kinderkrippenerzieherin hatte der dreijährigen Jenny überdurchschnittliche Musikalität bestätigt. Sie ging zur musikalischen Früherziehung. „Das hat Spaß gemacht. Zur Gehörbildung mussten wir bei geschlossenen Augen unterschiedliche Geldmünzen am Klang erkennen.“
Jenny durfte aufs Bach-Gymnasium, wurde gefördert: Gitarren- und Klavierunterricht. Später hätte sie aufs Konservatorium gehen können, klassische Ausbildung bis zur Konzertreife. Doch mit 16 hat sie alles hingeschmissen, die Schule, die Musik, sie ist von zu Hause ausgezogen. Vielleicht war diese Entwicklung nötig als Pause zur Orientierung. Und Jenny hat die Musik neu entdeckt. Rock, Punk, Singer-Songwriter. Mit 18. Hat wieder ein bisschen auf dem Klavier geklimpert und auf der Gitarre. Und plötzlich waren da erste eigene Songs. Gitarre und Stimme. Mit der Klassik war sie durch, das jetzt war etwas anderes. Etwas Eigenes.
Jenny hat Abitur gemacht. Hat ihr Songwriting weiterentwickelt, hat jede Menge Konzerte gegeben, Preise gewonnen. Und Fans in Spanien und Polen. Jetzt stellt sie mit kompletter Band ihr erstes Album vor: „When Worlds Collide“.
Neues Deutschland
Jenny Weisgerber „Debüt-CD“
Gerade zurück von ihrer Holland-Tournee stellt Jenny Weisgerber am Sonntag in Berlin ihre Debüt-CD „When Worlds Collide“ vor. Mit ihrer eindrucksvollen Stimme singt die junge Berlinerin vor allem leise Songs und Balladen. Eigentlich reicht bei ihr die Gitarre als Begleitung völlig aus. Doch für die CD hat sie sich exzellente Musiker in ihre Band geholt. Unter anderem auch Produzent Colin Bass am Bass.
Schon mit vier Jahren begann Jenny Weisgerber, sich mit Musik zu beschäftigen. Nach einer klassischen Musikausbildung an Gitarre und Klavier interessierte sie sich zeitweilig für Punk, Rock und Pop, definiert sich aber inzwischen als Singer/Songwriter und singt also konsequent auf Englisch. Zuweilen wird sie mit Joni Mitchell verglichen. Auch Weisgerber spielt eine ganz eigenwillige Mischung aus Pop, Rock, Jazz und Folk. Mein persönlicher Hit ist „On My Own“, leicht spielerisch und doch melancholisch ohne ins Kitschige abzugleiten.
Ein erstaunliches Debüt. Bleibt zu hoffen, dass die nächste CD etwas länger wird. “When Worlds Collide“ ist ganze 35 Minuten lang. Für wahre Fans hilft da nur eins: Die Repeat-Taste.
EMERGENZA Barcelona
The blonde German musician with a very natural look, made the audience fall in love with her sweet voice that perfectly matched the intimate repertoire she had prepared for the evening. Her conviction and professionalism showed us why she was the winner of the German Final.